Briefe aus Deutschland · 1942–1944

9. Mai 1944 — Gefühl, dass die Russen kommen

Transkription

9/V-[19]44

Дорогая, как всегда, на своей дорогой, а Расю, [неразборчиво] издалека на фронт, в Россию… что написам… делали с наше… и в скором… на улицу совсем [неразборчиво] что настало русских… со [неразборчиво] при тильбор обратно мне [неразборчиво] отправить и часто [неразборчиво] управляю и с матерями [неразборчиво]…

Kontext

Dieses Tagebuchfragment, geschrieben genau ein Jahr vor dem Tag des Sieges, erfasst einen entscheidenden Moment, als sich der Krieg wendet. Der Satz „что настало русских" deutet darauf hin, dass Raisa den sowjetischen Vormarsch spürte — bis Mai 1944 hatte die Rote Armee tatsächlich ihre massiven Offensivoperationen begonnen.

Historischer Kontext:

Zustandsnotizen: Dieser Scan ist schwer beschädigt mit dunklen Überlagerungen, die viel Text unleserlich machen. Die fragmentarische Natur spiegelt sowohl physische Verschlechterung als auch möglicherweise hastiges Schreiben wider, da sich die Bedingungen 1944 schnell änderten.

Persönliche Bedeutung: Nach zwei Jahren in Deutschland führt Raisa ihr Tagebuch trotz zunehmend schwieriger Bedingungen weiter. Die Erwähnung von „издалека на фронт, в Россию" (weit weg zur Front, nach Russland) zeigt, dass sie mit dem Kriegsverlauf verbunden blieb.

Dies könnte einer ihrer letzten Tagebucheinträge sein, da sich die Bedingungen im letzten Kriegsjahr verschlechterten.

Quelle: SCAN0156 (Tagebuch Nr. 2)