Briefe aus Deutschland · 1942–1944

1944 (Unbekanntes Datum) — Fabrik-Ausbeutung

Transkription

Дорогие мои [неразборчиво]!

…работаю [неразборчиво] на фабрике… кормят [неразборчиво] мало… здоровье [неразборчиво] спасибо…

…Италия [неразборчиво]…

…работы… и каждый свободный [неразборчиво]… с фабрики… в Германию… и на бирже нас [неразборчиво]… тяжело…

…нас кормят, и как нас одевают… получаем… кушать…

…фабрику… эксплуатируют… рабочих…

…за день мы работаем… Здесь нас кормят… суп водяной… хлеба… картошку…

Kontext

Dieses Tagebuchfragment bietet einen starken Kontrast zu Raisas früheren Farmerfahrungen. Geschrieben während ihrer Fabrikzeit (wahrscheinlich 1943-1944), dokumentiert es harte industrielle Bedingungen mit bemerkenswerter Direktheit.

Dokumentierte Fabrikbedingungen:

Historischer Kontext:

Vergleich zur Farmarbeit: Anders als ihre früheren Briefe vom Schönaich-Hof (wo sie das Essen und die Behandlung lobte), waren die Fabrikbedingungen hart. Dies stimmt mit ihrer früheren Beobachtung überein, dass Fabrikarbeit „ужас, дикий ужас" (Schrecken, wilder Schrecken) war.

Dokumentzustand: Diese Seiten sind schwer beschädigt mit Rissen, Flecken und Wasserschäden. Die sich verschlechternden Bedingungen mögen sowohl physische Umstände als auch die chaotische Endphase des Krieges widerspiegeln.

Politisches Bewusstsein: Die direkte Aussage über Ausbeutung zeigt Raisas wachsendes politisches Bewusstsein — oder vielleicht größere Bereitschaft, harte Wahrheiten zu dokumentieren, als sich das Kriegsende näherte.

Quelle: SCAN0157–SCAN0158 (Tagebuch Nr. 2)