Briefe aus Deutschland · 1942–1944

Unbekanntes Datum — Grünstift-Brief an Schwester

Transkription

Дорогая сестра! Благодарю за внимание ко мне, чувствую себя отлично, только с желудком у меня как всегда слабность… я попрошу Вас сварить густой и крепкий настой сушёных [неразборчиво] сахару не сыпьте совсем… Я очень довольна что он стал так хорошо кушать, когда его приносят [неразборчиво] как птенчик открывает ротик и ждёт…

…в тайной тишичке, потому как [неразборчиво] у нас зде жарко и оно расплилось по кульку. У меня был Макарчик я отдала ему башки. Пока целую. Г.В. мне подарили баночку и я передаю ее Вам у ней удобно носко. Неучели Макарчик не зашел к Вам он тогО принес молоко

Kontext

Dieses Briefragment ist in Grünstift statt der üblichen blauen Tinte von Raisas Kriegsbriefen geschrieben, was darauf hindeutet, dass es aus einer anderen Zeit stammen könnte — möglicherweise vor dem Krieg oder aus einem völlig anderen Kontext. Der Ton ist intim und häuslich, diskutiert Magenleiden, Kräuterheilmittel und jemanden, der „seinen kleinen Mund wie ein Vogeljunges öffnet", wenn er gefüttert wird.

Die Erwähnung von Makarchik (ein Kosenamen, möglicherweise für Makar), der Milch und Kohlköpfe bringt, deutet darauf hin, dass dies innerhalb von Raisas Familie/sozialem Kreis in Kiew ist. Der Empfänger „liebe Schwester" könnte Anna sein, obwohl der Kontext sich von der Kriegskorrespondenz zu unterscheiden scheint.

Der Brief behandelt:

Die Handschrift und der Grünstift lassen dieses Fragment von den typischen Kriegsbriefen in blauer Tinte auf deutschem Papier hervorstechen.

Quelle: SCAN0007–SCAN0008